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	<title>(k)ein Mängelexemplar</title>
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	<description>Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch? (G. C. Lichtenberg)</description>
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		<title>Chen Jianghong: &#8220;An Gro&#223;vaters Hand&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:00:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der kleine Ich-Erz&#228;hler berichtet von seiner Kindheit in China: Die Oma kocht und n&#228;ht, die taubstumme Schwester geht in eine Geh&#246;rlosenschule und zeigt ihrem Bruder, wie man zeichnet, die Eltern k&#252;mmern sich gut um alle. Doch die wichtigste Bezugsperson f&#252;r den Erz&#228;hler ist der Gro&#223;vater, an dessen Hand er vieles kennenlernt. Dann beschlie&#223;t Mao mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-325" href="http://kaihennig.de/2010/chen-jianghong-an-grossvaters-hand/cjianghong_grossvatershand"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-325" title="cjianghong_grossvatershand" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/07/cjianghong_grossvatershand-180x162.jpg" alt="" width="180" height="162" /></a>Der kleine Ich-Erz&#228;hler berichtet von seiner Kindheit in China: Die Oma kocht und n&#228;ht, die taubstumme Schwester geht in eine Geh&#246;rlosenschule und zeigt ihrem Bruder, wie man zeichnet, die Eltern k&#252;mmern sich gut um alle. Doch die wichtigste Bezugsperson f&#252;r den Erz&#228;hler ist der Gro&#223;vater, an dessen Hand er vieles kennenlernt. Dann beschlie&#223;t Mao mit seiner F&#252;hrungselite die Kulturrevolution und  alles wird anders. Der Vater muss ins Umerziehungslager.<span id="more-307"></span></p>
<p>Eines Tages kommt die &#246;rtliche F&#252;hrungsriege zur Gro&#223;mutter und t&#246;tet die H&#252;hner &#8211; das Letzte, woran sich die Gro&#223;mutter noch halten konnte. An seinem achten Geburtstag tritt der kleine Ich-Erz&#228;hler dann den Rotgardisten bei und ist hellauf begeistert, das Politische hat sich im Leben des Protagonisten festgesetzt.</p>
<p>Ich liebe Comics und Bildgeschichten und allerlei Text-Bild-Kombinationen, doch mit Jianghongs Werk tue ich mir nach wie vor schwer. Freilich, seine Geschichte &#252;ber eine Kindheit in China ist etwas neues &#8211; aber dieses &#8220;Problem&#8221; tragen doch alle Graphic Novels mit sich herum: Den Druck und Zwang, eine neue Geschichte erz&#228;hlen zu m&#252;ssen, um dem Genre eine Berechtigung zu geben. (Wer liest schon Texte mit Bild, wenn er &#8220;richtig&#8221; lesen kann? Ein Problem mit dem sich der Comic leider immer noch herumschlagen muss und dass ich hier mal besprechen sollte.) Doch die Bildgeschichte ist und kann weitaus mehr, als nur ein Tr&#228;germedium f&#252;r nie dagewesens zu sein.</p>
<p>Ob Jianghong das erkannt hat ist mir nicht klar geworden. Er ist Zeitzeuge, aber sein Bilderbuch wirkt auf mich nur wie eine Tr&#228;germasse ohne Bezug zu dem, was eine Text-Bild-Kombination leisten kann. Seine Geschichte macht auf mich einen beliebigen Eindruck. Da finde ich wenig rezvolles, kann auch keine &#8220;meisterhaften Rhythmusstudien&#8221; entdecken. Ich werde mir demn&#228;chst mal Lian ansehen, vielleicht liegt es ja an mir. Das Buch hier ist sch&#246;n. Aber belanglos.</p>
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		<title>Brian Selznick: “Die Entdeckung des Hugo Cabret”</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 13:07:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Achtung, dieses Buch hinterl&#228;sst bleibende Eindr&#252;cke, den was Selznick da geschaffen hat l&#228;sst einen (gut, zumindest mich) nicht mehr los. Selznick hat einen Roman gezeichnet, ein Bilderbuch getextet. Er hat etwas geschaffen, was mir so noch nicht bekannt war. Ich m&#246;chte es hier mal Korrespondenzroman nennen, um zumindest ansatzweise klar zu machen, um was es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-282" href="http://kaihennig.de/2010/brian-selznick-die-entdeckung-des-hugo-cabret/bselznick_hugocabret"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-282" title="bselznick_hugocabret" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/07/bselznick_hugocabret-180x282.jpg" alt="" width="180" height="282" /></a>Achtung, dieses Buch hinterl&#228;sst bleibende Eindr&#252;cke, den was Selznick da geschaffen hat l&#228;sst einen (gut, zumindest mich) nicht mehr los. Selznick hat einen Roman gezeichnet, ein Bilderbuch getextet. Er hat etwas geschaffen, was mir so noch nicht bekannt war. Ich m&#246;chte es hier mal Korrespondenzroman nennen, um zumindest ansatzweise klar zu machen, um was es hier geht: Eine Geschichte, die in doppelseitigen Schwarzwei&#223;bildern und Text erz&#228;hlt wird. Gleich mehr, erst die Geschichte:<span id="more-215"></span></p>
<p>Hugo Cabret ist Vollwaise. An seinen Vater hat Hugo nur wenig Erinnnerungen, nur, dass er Uhrenmacher und T&#252;ftler war. Seit dem Tod seines Vaters lebt Hugo bei  seinem Onkel, der ein kleines Zimmer in einem Pariser Bahnhof hat und f&#252;r die Uhren dort verantwortlich ist. Seit drei Monaten ist der Onkel aber verschwunden &#8211; wahrscheinlich ist er ertrunken (Hugo belauscht ein Gespr&#228;ch zu Beginn des Buches im Bahnhof). Der Onkel war alkohols&#252;chtig und nicht besonders nett zu Hugo.  Hugo hat die Arbeit des Onkels klammheimlich &#252;bernommen: Er stellt die Uhren und zieht sie auf, er repariert sie ohne daf&#252;r Geld zu bekommen. Deshalb schleicht er regelm&#228;&#223;ig durch den Bahnhof, um etwas zum essen zu stehlen. Dabei muss er sehr aufpassen, nicht dem Stationsvorsteher in die Finger zu geraten, denn der w&#252;rde ihn direkt in ein Waisenhaus stecken.</p>
<p>Hugos kostbarster Besitz ist ein Notizbuch seines Vaters. Darin befinden sich viele Skizzen zu einem Automaten, den sein Vater einmal gebaut hat. Hugo hat die Reste dieses Automaten in einem M&#252;llhaufen gefunden und in das Zimmer gebracht; dort versucht er nun, diesen zu reparieren. Die Ersatzteile dazu klaut er bei einem Spielwarenh&#228;ndler im Bahnhof. Hugo wird dabei nat&#252;rlich erwischt, das Buch wird ihm weggenommen aber zusammen mit Isabelle, der Tochter des H&#228;ndlers schafft er es, den Automaten in Gang zu setzen. Es rattert und knattert und wir sehen die erste Entdeckung des Hugo Cabret.</p>
<p>Der zweite Teil der Geschichte handelt von einer weiteren Entdeckung Hugos, vielen alten Filmen und einer kleinen Familiengeschichte. Und es geht um George Méliès, doch mehr soll nicht verraten werden. Hier soll es eher nochmal um die Form gehen: Selznick hat es geschafft, weder einen Comic, ein Bilderbuch noch einen Roman zu schreiben sondern etwas Neues, dass mit eben diesen Formen korrespondiert. Die Bilder verdeutlichen weder den Text noch erkl&#228;rt dieser, was die Bilder nicht zeigen k&#246;nnen, denn Selznick verzichtet erfrischend auf gattungs&#252;bergreifende Redundanz. Man liest und sieht &#8211; nacheinander! Die Kohle- und Bleistiftzeichnungen Selznicks f&#252;hren den Leser in die Zeit des Schwarzwei&#223;films. Das alles f&#252;hrt zu einer geheimnisvollen, dunklen ja sogar etwas schaurigen Stimmung die, angesiedelt irgendwann nach dem ersten Weltkrieg, diese Geschichte tr&#228;gt. Gen&#228;hrt wird die Stimmung weiterhin durch den literarischen Kreuzverweis in die deutsche Romantik, wo das Automatenmotiv (u.a. ETA Hoffmann: <a title="Projekt Gutenberg - Der Sandmann" href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=604&amp;kapitel=1#gb_found">Der Sandmann</a>, Die Automate) h&#228;ufig verwendet wurde.</p>
<p>Kurz und knapp also: Absolut undbedingt und ohne Abstriche selber lesen!!!</p>
<p>P.S. an alle, die sich bereits im Bann der Entdeckungen befinden: Nat&#252;rlich will man am liebsten bei der Lekt&#252;re ein paar Filme von <a title="WP - Méliès" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_M%C3%A9li%C3%A8s" target="_blank">George Méliès</a> sehen. Bei youtube findet man (Kurz)filme wie z.B.  <a title="Youtube - Die Reise zum Mond" href="http://www.youtube.com/watch?v=xbGd_240ynk" target="_blank">&#8220;Die Reise zum Mond&#8221;</a>, <a title="Youtube - Das tanzende Skelett" href="http://www.youtube.com/watch?v=iBQpmWZ3ckg" target="_blank">&#8220;Das tanzende Skelett&#8221;</a> aber auch seine Magiest&#252;cke wie <a title="Youtube - Die verschwindende Jungfrau" href="http://www.youtube.com/watch?v=K4MnFACzKfQ" target="_blank">&#8220;Die verschwindende Jungfrau&#8221;</a> oder <a title="Youtube - Un homme de Têtes" href="http://www.youtube.com/watch?v=8oFnOAnL8Ss" target="_blank">&#8220;Un homme de Têtes&#8221;</a>. Das sollte man sich unbedingt ansehen. Wer sich ein wenig mehr &#252;ber den Automaten informieren m&#246;chte findet auf den <a title="Franklin Institute - Maillardets Automat" href="http://www.fi.edu/learn/sci-tech/automaton/automaton.php?cts=instrumentation" target="_blank">Seiten des Franklin Institutes</a> weitere Informationen und zwei Videos.</p>
<p>Martin Scorsese arbeitet zur Zeit an einer Verfilmung mit Ben Kingsley als George Méliès und Sascha Baron Cohen als Stationsvorsteher! Ein Filmstart ist noch nicht bekannt.</p>
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		<title>Helen Vreeswijk: &#8220;Chatroom-Falle&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 18:51:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Mauerbl&#252;mchen Floor und ihre Freundin Marcia geraten &#252;ber ein Flirtportal an eine Modelagentur.  Weder Floors gutgl&#228;ubige und liebevolle Mutter, noch Marcias zer&#252;ttete Familie merken, dass es sich um ein reichlich unseri&#246;ses Angebot handelt.Bald stellt sich jedoch heraus, dass hinter der angeblichen Agentur ein Ehepaar steckt, dass mit den beiden f&#252;nfzehnj&#228;hrigen pornografische Fotos machen m&#246;chte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-261" title="hvreeswijk_chatroomfalle" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/07/hvreeswijk_chatroomfalle-150x200.jpg" alt="" width="130" height="173" />Das Mauerbl&#252;mchen Floor und ihre Freundin Marcia geraten &#252;ber ein Flirtportal an eine Modelagentur.  Weder Floors gutgl&#228;ubige und liebevolle Mutter, noch Marcias zer&#252;ttete Familie merken, dass es sich um ein reichlich unseri&#246;ses Angebot handelt.Bald stellt sich jedoch heraus, dass hinter der angeblichen Agentur ein Ehepaar steckt, dass mit den beiden f&#252;nfzehnj&#228;hrigen pornografische Fotos machen m&#246;chte. Mit Drogen werden sie schlie&#223;lich gef&#252;gig gemacht.</p>
<p><span id="more-258"></span></p>
<p>Der erste Teil des Buches gleicht einem konstruiertem Erziehungslehrst&#252;ck. Vreeswijk versuch, die Einsamkeit Floors Verzweiflung Marcias zu erfassen und es gelingt ihr auch, die Ohnmacht der Jugendlichen zu beschreiben, aber die Personen wirken eher wie Schachfiguren, die aufgestellt werden und von vornherein nur nach festgelegten Regeln handeln d&#252;rfen. Die Dialoge sind geradezu platonisch konstruiert. Ein kleines Beispiel?:</p>
<blockquote><p>Wei&#223;t du was, Floor, das ist unfair von dir! Du hast versprochen, mir zu helfen. Und jetzt kneifst du.&#8221; &#8220;Versprochen habe ich gar nichts, du hast mich gedr&#228;ngt.</p></blockquote>
<p>Es liegt mir fern, hier gegen selbstreflexive f&#252;nfzehnj&#228;hrige anzuschreiben, aber bei allem Respekt: So wie Frau Vreeswijk sich das ausdenkt, spricht doch niemand! So gestelzt, so &#252;berlegt und sachlich? Dazu kommt noch, dass die Geschichte nicht immer logisch ist, da gibt es Br&#252;che und Fehler, f&#252;r deren Vermeidung man im Film ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Script/Continuity" target="_blank">Continuity</a> ben&#246;tigt. Im Buch w&#228;re das wohl der Lektor&#8230;</p>
<p>Seis drum, im zweiten Teil wird es dann definitiv besser: Hier beschreibt Vreeswijk, wie die Polizei ermittelt und schlie&#223;lich die T&#228;ter stellt. Da kennt sie sich aus und das merkt man &#8211; Helen Vreeswijk kommt aus dem Polizeidienst und arbeitet bei der niederl&#228;ndischen Kriminalpolizei. Die Polizisten handeln glaubhaft und man bekommt einen Einblick in die (niederl&#228;ndische) Ermittlungsarbeit. Hier entwickelt das Buch auch meiner Meinung seine gro&#223;en St&#228;rken in der Aufkl&#228;rung &#252;ber reale &#8220;Chatroom-Fallen&#8221;, n&#228;mlich dort, wo das Geschehene nur durchblitzt und die Folgen zu Tage gef&#246;rdert wurden, dort, wo die T&#228;ter Mitgef&#252;hl verlangen und dort, wo Sachlichkeit verbindet.</p>
<p>Ich halte nichts von &#8220;Pflichtlekt&#252;re&#8221; aber Die &#8220;Chatroom-Falle&#8221; ist nicht nur ein Roman, sondern auch ein problemorientiertes Lehrst&#252;ck und Ratgeber &#252;ber Gefahren, die durch das Medium Internet entstehen k&#246;nnen. Das Buch basiert &#8211; wie auch ihre anderen B&#252;cher (&#8220;Im Visier des Stalker&#8221; und &#8220;Die Masche der Liebe&#8221;) auf realen F&#228;llen.</p>
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		<title>David Gilmour: “Unser allerbestes Jahr”</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 16:11:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Davids Sohn Jesse kommt mit der Schule nicht mehr zurecht. David, ein ehemaliger Filmkritiker und Journalist erlaubt seinem Sohn, die Schule abzubrechen. Jesse darf schlafen so lange er m&#246;chte, er darf tun und lassen was er will, von ihm wird nicht verlangt, dass er irgendwie an seiner Zukunft arbeitet oder sogar Geld verdient. David stellt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-242" href="http://kaihennig.de/2010/david-gilmour-unser-allerbestes-jahr/dgilmour_allerbestesjahr"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-242" title="dgilmour_allerbestesjahr" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/dgilmour_allerbestesjahr-150x150.jpg" alt="Cover Unser allerbestes Jahr" width="100" height="100" /></a>Davids Sohn Jesse kommt mit der Schule nicht mehr zurecht. David, ein ehemaliger Filmkritiker und Journalist erlaubt seinem Sohn, die Schule abzubrechen. Jesse darf schlafen so lange er m&#246;chte, er darf tun und lassen was er will, von ihm wird nicht verlangt, dass er irgendwie an seiner Zukunft arbeitet oder sogar Geld verdient. David stellt nur zwei Regeln auf: Keine Drogen und jede Woche drei Filme, die Vater und Sohn zusammen ansehen. <span id="more-213"></span>Das l&#228;sst sich Jesse nicht zweimal sagen und so beginnt das riskante Erziehungsexperiment, w&#228;hrenddem sich David &#246;fter fragt, ob er die Zukunft seines Sohnes opfert, um einmal in seinem Leben etwas cooles zu tun.</p>
<p>So startet also der Filmclub. Die Begeisterung Jesses f&#252;r Nouvelle Vague oder Suspense h&#228;lt sich (f&#252;r den Leser) erwartungsgem&#228;&#223; in Grenzen. Doch David macht weiter und Jesse l&#228;sst sich darauf ein. So erf&#228;hrt man neben der autobiografischen Geschichte von David und Jesse Gilmour noch eine ganze Menge &#252;ber Filme und Filmkritik.</p>
<p>Gegen Ende wird das Buch etwas langweilig: Jesses Ausbr&#252;che wiederholen sich und Davids Abnabelungsversuche werden mir ein bi&#223;chen zu detailiert beschrieben. Da h&#228;tte man gut und gerne zwei B&#228;ckerdutzend Seiten k&#252;rzen k&#246;nnen, aber das kann man ja verkraften. Was bleibt ist aber das gut aufbereitete Filmwissen und der waghalsige P&#228;dagogikversuch. Beides macht einfach Laune zu Lesen. Am Schluss hat es Gilmour geschafft, ein nachenkliches, aber positives Ende zu beschreiben.</p>
<p>Das Buch ist von der Jugendjury f&#252;r den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert worden und das kann ich gut verstehen.</p>
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		<title>Jay Asher: &#8220;Tote M&#228;dchen L&#252;gen nicht&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 07:44:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Hannah ist tot. Hannah hat sich mit Tabletten das Leben genommen. Hannah hat vorher 7 Kassetten aufgenommen, auf denen sie erkl&#228;rt, warum sie sich umgebracht hat. Das ist der &#252;beraus spannend klingende Grundentwurf von Jay Ashers Erstling &#8220;Tote M&#228;dchen l&#252;gen nicht&#8221; (orig.: Thirteen Reasons Why) erschienen 2009 bei cbt. Clay Jensen findet nach der Schule [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/jasher_totemaedchenluegennicht.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-206" title="jasher_totemaedchenluegennicht" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/jasher_totemaedchenluegennicht-187x300.jpg" alt="" width="187" height="300" /></a>Hannah ist tot. Hannah hat sich mit Tabletten das Leben genommen. Hannah hat vorher 7 Kassetten aufgenommen, auf denen sie erkl&#228;rt, warum sie sich umgebracht hat. Das ist der &#252;beraus spannend klingende Grundentwurf von Jay Ashers Erstling &#8220;Tote M&#228;dchen l&#252;gen nicht&#8221; (orig.: Thirteen Reasons Why) erschienen 2009 bei cbt.</p>
<p>Clay Jensen findet nach der Schule ein P&#228;ckchen mit Kassetten vor seiner Haust&#252;r. Er h&#246;rt sich diese Kassetten alle in einer Nacht an, das Buch &#8220;Tote M&#228;dchen l&#252;gen nicht&#8221; spielt in eben dieser Nacht. <span id="more-176"></span>Jede Kassettenseite ist einer Person gewidmet, die Hannahs Leben zerst&#246;rt hat &#8211; und nur diejenigen, die Hannah f&#252;r schuldig h&#228;lt bekommen das Paket zugeschickt. So erf&#228;hrt Clay eine Menge &#252;ber seine Mitsch&#252;ler, die er f&#252;r friedlich und freundlich gehalten hat, doch Hannahs Elefantenged&#228;chtnis entkommt hier keiner: Jeder, wirklich jeder der ihr im Leben (eigentlich geht es nur um das letzte Jahr an der Highschool) weh getan hat, wird von ihr mit einer A- oder B-Seite bedacht.</p>
<p>Ist &#8220;Tote M&#228;dchen l&#252;gen nicht&#8221; nun ein gutes Buch? Wenngleich man Inhalt und Form eigentlich kaum noch trennen kann und sollte, muss ich eben dies doch tun, um voran zu kommen. Die Geschichte ist &#228;u&#223;erst spannend geschrieben, die Idee wirklich gut. Eine Tote zu h&#246;ren und ihrem Rachefeldzug beizuwohnen: herrlich. Aber. Aber warum bittesch&#246;n arbeitet Jay Asher mit so derart &#252;berkommenen Moralvorstellungen? Eine Kassettenseite (und wo wir dabei sind: warum bittesch&#246;n Kassetten, das h&#228;tte man im 21. Jahrhundert pfiffiger l&#246;sen k&#246;nnen) ist einer Situation gewidmet, bei der Hannah ihren Ruf an der Schule untergehen sieht, da sie von nun an als Schlampe gelten k&#246;nnte: Sie k&#252;sst einen Mitsch&#252;ler. Hallo? moralinsaurer kann man amerikanisches Werteverst&#228;ndnis wohl nicht in ein Jugendbuch schmuggeln.</p>
<p>Seis drum. &#8220;Tote M&#228;dchen l&#252;gen nicht&#8221; bedient den kleinsten gemeinsamen Kriminenner von  Jugendlichen und  Erwachsenen, bleibt dabei aber spannend und &#8220;liest sich so weg&#8221;. Besonders interessant wird es dann nochmal zum Schluss &#8211; hier bleibt n&#228;mlich unklar, wer T&#228;ter ist und wer Opfer, da die Rollen oszillieren. Ein Buch zum lesen, nachdenken und dann wieder weglegen.</p>
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		<title>Linda Sue Park, u.a.: &#8220;Klick! Zehn Autoren erz&#228;hlen einen Roman.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 16:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gro&#223;vater Gee ist tot. Der ber&#252;hmte Fotograf ist an einem Herzinfarkt gestorben und hat seiner Enkelin Maggie ein R&#228;tsel hinterlassen. Sie soll sieben Muscheln wieder zur&#252;ck in das Meer bringen, aus dem Gee sie herausgeholt hat. „Ein Geschenk f&#252;rs Leben“ hat er da Maggie hinterlassen, wie sie recht schnell begreift. Sie freut sich darauf, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/klick.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-237" title="klick" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/klick-104x150.jpg" alt="" width="104" height="150" /></a>Gro&#223;vater Gee ist tot. Der ber&#252;hmte Fotograf ist an einem Herzinfarkt gestorben und hat seiner Enkelin Maggie ein R&#228;tsel hinterlassen. Sie soll sieben Muscheln wieder zur&#252;ck in das Meer bringen, aus dem Gee sie herausgeholt hat. „Ein Geschenk f&#252;rs Leben“ hat er da Maggie hinterlassen, wie sie recht schnell begreift. Sie freut sich darauf, dass Gee sie weiter in ihrem Leben begleiten wird. Jede Muschel, ja sogar die Schatulle wird mit einer Geschichte verwoben, die den Leser um die Welt f&#252;hren, mit Stationen in England, Irland, Frankreich, Russland und Japan. Damit man nicht so schnell den &#220;berblick beh&#228;lt werden auch noch die Zeiten hin und her gewirbelt.<span id="more-198"></span>Die zehn Autoren greifen die Geschichten der anderen auf, spinnen sie weiter und entwickeln neue Schwerpunkte. „Viele K&#246;che verderben den Brei“ hei&#223;t es. Verdorben mag ich den Roman (nun, eigentlich sind es doch eher zehn Kurzgeschichten, die in einem Zusammenhang stehen) nicht nennen, aber es ist und bleibt: Brei. Eine gute Idee alleine kann kein ganzes Buch tragen. Schade, ein M&#228;ngelexemplar. Mir ist nicht klar, wie dieses Buch so gute Kritiken bekommen konnte: Da ist nichts von den differenzierten Erz&#228;hlstilen zu sehen, die pers&#246;nliche Note jedes Autors ist verschwunden. Vielleicht h&#228;tten hier auch zehn &#220;bersetzer an die Arbeit geh&#246;rt, aber da m&#246;chte ich die &#220;bersetzerin Birgitt Kollmann gar nicht kritisieren: F&#252;r Wunder ist sie nicht zust&#228;ndig – die Geschichten wirken oftmals kladdrig oder lieblos und der gro&#223;e Bogen, das umfassende Ganze fehlt.“Mags-wirf sie alle zur&#252;ck“ schreibt Gee in seinem letzten Brief an seine Enkelin – das Buch gleich hinterher.</p>
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		<title>Stian Hole: &#8220;Garmans Sommer&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 10:46:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der letzte Sommer vor der Einschulung kommt auf jeden Fall. In Garmans Fall geht er dann schneller, als ihm lieb ist. Garman ist f&#252;nf und kommt im Herbst in die erste Klasse. Sein Vater ist ein Orchestergeiger und geht ausgerechnet in diesem Sommer auf eine Konzertreise.Doch Garmans drei Tanten kommen mit dem Schiff &#252;ber den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/shole_garman.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-159" title="shole_garman" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/shole_garman-227x300.jpg" alt="" width="227" height="300" /></a>Der letzte Sommer vor der Einschulung kommt auf jeden Fall. In Garmans Fall geht er dann schneller, als ihm lieb ist. Garman ist f&#252;nf und kommt im Herbst in die erste Klasse.</p>
<p>Sein Vater ist ein Orchestergeiger und geht ausgerechnet in diesem Sommer auf eine Konzertreise.Doch Garmans drei Tanten kommen mit dem Schiff &#252;ber den Fjord zu ihrem Sommerbesuch. Von ihnen will Garman mehr &#252;ber die Angst wissen – &#252;ber seine vor der Schule und dem Ungewissen und vor deren eigenen &#196;ngsten.</p>
<p><span id="more-135"></span>Freilich, das Buch handelt von der Angst, davon, ob man jemals angstfrei sein kann und von der Schule als bevorstehender Bedrohung. &#220;ber den p&#228;dagogischen Sinn dahinter kann man vortrefflich streiten – aber dann bittesch&#246;n  mit den Kindern zusammen. Dann k&#246;nnen die n&#228;mlich dabei lernen, dass nicht nur Tante Borghild vor etwas Angst hat, sondern eventuell auch die eigenen Eltern, Lehrer oder Mitsch&#252;ler.</p>
<p>Die Bilder unterst&#252;tzen die Bedrohung, die vom herannahenden Schulanfang ausgeht. Menschen wirken montiert und unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig, fast schon wie eine Karikatur aus Monty-Python&#8217;s-Flying-Circus, fratzenhaft.Gerade die K&#246;pfe sind &#252;berdimensioniert, fast so, als ob sich die Erwachsenen &#252;ber Garman beugen um um ihm zu sagen, was er zu tun und zu denken hat.</p>
<p>Kein M&#228;ngelexemplar. Es tut einfach gut, Garman zu beobachten oder mit ihm zu leiden und sich  an das Eine oder Andere aus seinem eigenen „letzten“ Sommer vor der Schule zu erinnern. Zu guter Letzt mag man noch &#252;ber Garmans Angst schmunzeln: „So schlimm war die Schule dann doch nicht.“ Bleibt zu hoffen, dass der Nachfolger „Garmans Stra&#223;e“ schnell nach Deutschland kommt.</p>
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		<title>Bibi Dumon Tak: &#8220;Kuckuck, Krake, Kakerlake: Das etwas andere Tierbuch&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 13:21:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei diesem Buch versuche ich mal, mich kurz zufassen: Es ist einfach herrlich! Wir erfahren, wo das Thermometerhuhn lebt, lernen den Anglerfisch kennen und wissen nun, dass der Monarchenfalter keine K&#246;nige zerbastelt aber trotzdem eine lustige Geschichte mit sich bringt. Bibi Dumon Tak gr&#228;bt die skurrilsten Kreaturen aus und pr&#228;sentiert sie uns in einem wundersch&#246;nen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/bdumon_kuckuck.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-162" title="bdumon_kuckuck" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/bdumon_kuckuck-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" /></a>Bei diesem Buch versuche ich mal, mich kurz zufassen: Es ist einfach herrlich! Wir erfahren, wo das Thermometerhuhn lebt, lernen den Anglerfisch kennen und wissen nun, dass der Monarchenfalter keine K&#246;nige zerbastelt aber trotzdem eine lustige Geschichte mit sich bringt.</p>
<p>Bibi Dumon Tak gr&#228;bt die skurrilsten Kreaturen aus und pr&#228;sentiert sie uns in einem wundersch&#246;nen Band. Der Text wird dabei unterst&#252;tzt durch die minimalistischen  Schwarzwei&#223;-Zeichnungen von Fleur van der Weel. Das Buch ist auf der diesj&#228;hrigen Nominierungsliste des Deutschen Jugendbuchpreises in der Sparte Sachbuch. <span id="more-137"></span>&#8220;Kuckuck, Krake, Kakerlake&#8221; h&#228;tte aber ebenso gut als Bilder-, Kinder- oder Jugendbuch seine Berechtigung auf der Liste gehabt. Besonders gelungen sind die zahlreichen Querverweise und nachgereichten Information zu schon besprochenen Tieren: Hier bricht das Buch mit der plaudernden Nebenbeivermittlung von kuriosen Fakten und gewinnt Sachbuchcharakter mit Randnotizen, Fu&#223;noten und allem was dazu geh&#246;rt. Einzig das empfohlene Lesealter von sechs Jahren finde ich etwas gering, um an dem BuchFreude haben zu k&#246;nnen sollte man doch nicht unbedingt aufs Vorlesen angewiesen sein sondern die M&#246;glichkeit haben, selbst auf Entdeckungsreise gehen zu k&#246;nnen. Andererseits w&#228;re es auch sehr schade, bek&#228;me man keine einzige der kleinen Geschichten vorgelesen, weil man eventuell schon &#8220;zu alt&#8221; sei.</p>
<p>Wir lernen, dass der Wasserreservoirfrosch kleine Ewigkeiten in seinem eigenen Saft auf neuen Regen wartet und so langsam zur Mumie wird: Hoffentlich l&#228;sst uns Bibi Dumon Tak nicht auch so lange auf einen Nachfolger warten &#8211; es gibt sicher noch genug Tiere, die in einem &#8220;etwas anderen Tierbuch&#8221; erw&#228;hnt werden sollten.</p>
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		<title>Nadia Budde: &#8220;Such dir was aus, aber beeil dich!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 09:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
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		<category><![CDATA[DDR]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Die 1967 in Ostberlin geborene Nadia Budde landete gleich mit ihrem Erstling „Eins zwei drei Tier“ einen gro&#223;en Wurf und wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2000 ausgezeichnet. Zuvor war sie Gebrauchswerberin und studierte Grafik in Berlin und London. 2010 ist sie nun wieder nominiert mit „Such dir was aus, aber beeil dich!“. Hier beschreibt (nun, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/nbudde_such1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-167" title="nbudde_such" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/nbudde_such1-201x300.jpg" alt="" width="201" height="300" /></a>Die 1967 in Ostberlin geborene Nadia Budde landete gleich mit ihrem Erstling „Eins zwei drei Tier“ einen gro&#223;en Wurf und wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2000 ausgezeichnet. Zuvor war sie Gebrauchswerberin und studierte Grafik in Berlin und London. 2010 ist sie nun wieder nominiert mit „Such dir was aus, aber beeil dich!“. Hier beschreibt (nun, im Grunde bezeichnet sie ja) sie eine Kindheit in der DDR, irgendwo zwischen Propaganda und Kittelsch&#252;rzen.<span id="more-126"></span></p>
<p>Wie eine Mutter, die von ihren Kindern bedr&#228;ngt wird, endlich ihre Geschichte zu erz&#228;hlen, beschreibt Nadia Budde, wie Kindheit war und packt dies in ihre Bilder. Klare Linien, fl&#228;chige Farben, einfache Strukturen – die Zeichnungen sind nur vordergr&#252;ndig einfach, dahinter verbirgt sich ein Ost-Kosmos, ohne jemals wehm&#252;tig nach den „guten alten Zeiten“ zu verlangen. So sind es ja oft nicht die geschichtstr&#228;chtigen Ereignisse, durch die man sich erinnern kann und die Zeiten f&#252;hlt und schmeckt sondern die kleinen Kr&#252;mel am Wegesrand, aus denen eine ganze Welt entsteht.</p>
<p>Nadia Budde behauptet nicht, sie erz&#228;hlt einfach. So erz&#228;hlt sie vom „Stadttod und Landtod“, &#252;berlegt, ob die Landfrauen nach ihrem Friseurbesuch anders aussehen oder stellt fest, dass sich die Wohnungen in der Stadt nicht vergleichen lassen, da sie vollkommen miteinander &#252;bereinstimmen.</p>
<p>Da wird geschmunzelt und es menschelt in allen Ecken, mal voller Tragik, mal voller Ironie, aber niemals mit erhobenem Zeigefinger.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Das Buch ist kein M&#228;ngelexemplar! Es ist eine wildgewordene Kreuzung aus Tagebuch, Graphic Novel, Bilderbuch und Kurzgeschichte – absolut lesenswert! So schlie&#223;t diese Besprechung in Anlehnung an das Buch: Nach zwei braunen Doppelseiten haben Statler und Waldorf das Wort: „Applaus, Applaus, Applaus!“ Einzig verwunderlich bleibt, wie dieses Buch auf der Nominierungsliste zum Kinder- uns Jugendbuchpreis 2010 gelandet ist: Kindheit in der DDR aus autobiografischer Sicht erscheint mir dann doch eher etwas f&#252;r eine &#228;ltere Generation.</p>
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		<title>Mirjam Pressler: &#8220;Nathan und seine Kinder&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 14:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählendes]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Preisverdächtig2010]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 1940 geborene Mirjam Pressler &#252;bersetzt B&#252;cher und sie schreibt auch welche. Sie hat in einem Kibbuz in Israel gelebt und spricht Hebr&#228;isch und Jiddisch. Nun kommt sie mit einer Variation zum klassisch-humanistischen Drama &#8220;Nathan der Weise&#8221; daher und &#252;bertr&#228;gt dieses in eine moderne Romanform. Dabei behandelt sie den Stoff voller Respekt vor den Klasikern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/mpressler_nathan1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-165" title="mpressler_nathan" src="http://kaihennig.de/wp-content/uploads/2010/06/mpressler_nathan1-193x300.jpg" alt="" width="193" height="300" /></a>Die 1940 geborene Mirjam Pressler &#252;bersetzt B&#252;cher und sie schreibt auch welche. Sie hat in einem Kibbuz in Israel gelebt und spricht Hebr&#228;isch und Jiddisch. Nun kommt sie mit einer Variation zum klassisch-humanistischen Drama &#8220;Nathan der Weise&#8221; daher und &#252;bertr&#228;gt dieses in eine moderne Romanform. Dabei behandelt sie den Stoff voller Respekt vor den Klasikern, ebenso wie voller Respekt vor den jugendlichen Lesern.</p>
<p><span id="more-116"></span><strong>Inhalt:</strong></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Der j&#252;dische H&#228;ndler Nathan lebt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzz&#252;ge. Das Land ist nicht nur von den blutigen Feldz&#252;gen zerr&#252;ttet sondern auch durch religi&#246;se Eifereien entzweit. Christen verachten die Juden ebenso wie die Muslime; eigentlich kann kaum einer mit dem anderen. In dem sicher nicht einfachen Leben dort wirkt Nathans Haus wie eine Oase: Nathan zeigt sich frei von Vorurteilen gegen&#252;ber dem Christentum und dem Islam. So ist ein Freund von ihm Muslim (???) und Daja, die Gesellschafterin seiner Tochter Recha ist Christin, seine Freigiebigkeit macht vor den Religionen nicht halt. Und so wird auch im Umfeld Nathans Gutes mit Gutem vergolten, wenn z.B. der Sultan Saladin den jungen Templer Curd von Stauffen begnadigt und dieser darauf Nathans Tochter aus einem H&#228;userbrand rettet.</p>
<p>Der Herrscher von Jerusalem, Sultan Saladin ist bankrott und m&#246;chte Nathan um das n&#246;tige Geld bitten. Nathan und sein Gefolge ahnen jedoch wenig gutes, da Saladin sich oft als grausamer und schlimmer, immer jedoch als undurchschaubarer Herrscher gezeigt hat.</p>
<p>Saladin heckt nun tats&#228;chlich eine List aus: Durch eine Fangfrage will er Nathan zu einer Gottesl&#228;sterung verleiten, doch Nathan antwortet geschickt – mit der Ringparabel. So trennen sich beide in Freundschaft. Wir hingegen lesen eine herrliche Prosa&#252;bertragung von Lessings aufkl&#228;rerischem Glanzst&#252;ck &#8211; selbst heute hat die Ringparabel nichts an ihrer urspr&#252;nglichen Kraft eingeb&#252;&#223;t.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Hier soll noch mal jemand sagen, dass Klassiker keine Aktualit&#228;t besitzen oder Literatur fernab vom Alltag steht: Religionsfanatismus, -kontroversen und -kriege sind wohl unangefochten hochaktuell.Und so schafft es Mirjam Pressler nicht nur diesen brisanten Stoff zu bearbeiten und die Vers&#246;hnlichkeit der Vorlage zu bewahren, sie schafft es auch nebenbei, einen kanonisierten Klassiker in die Moderne zu heben. Freilich setzt sie neue Schwerpunkte, k&#252;rzt hier und da, aber alles ganz leise und unaufgeregt.</p>
<p>Der Roman erz&#228;hlt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Beteiligten – einzig Nathan berichtet nicht selbst. Jeder bringt dadurch etwas pers&#246;nliches in die Geschichte, z.B. die Herkunft des Tempelritter oder die Geschichte des Hausjungen Geschem. So bekommt man durch die gute Recherchearbeit von Mirjam Pressler einen realistischen Eindruck der damaligen Zeit, man erf&#228;hrt vieles &#252;ber die Kreuzz&#252;ge oder wird ganz praktisch in das Denken der Aufkl&#228;rung eingef&#252;hrt. Wohlgemerkt: Nebenbei! Im Vordergrund steht die Geschichte.</p>
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		<title>Nicolas Mahler: &#8220;Kunsttheorie vs. Frau Goldgruber&#8221; und &#8220;Die Zumutungen der Moderne&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 15:21:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählendes]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz in der Tradition (post)moderner Metacomics gibt Nicolas Mahler in „Kunsttheorie vs. Frau Goldgruber“ und „Die Zumutungen der Moderne“ einen Einblick in die Literaturmaschinerie und das Kunstschaffen. Mit seinen tuschegewordenen Minimalcharakteren gelingt ihm ein Blick auf das Wesentliche: Die Wunde des Gegenstandes, den er betrachtet. So braucht Mahler auch nicht viel Platz um seine Geschichten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ganz in der Tradition (post)moderner Metacomics gibt Nicolas Mahler in „Kunsttheorie vs. Frau Goldgruber“ und „Die Zumutungen der Moderne“ einen Einblick in die Literaturmaschinerie und das Kunstschaffen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit seinen tuschegewordenen Minimalcharakteren gelingt ihm ein Blick auf das Wesentliche: Die Wunde des Gegenstandes, den er betrachtet. So braucht Mahler auch nicht viel Platz um seine Geschichten zu erz&#228;hlen, er folgt meistens dem Muster &#8220;Gegenstand skizzieren, Wunde zeigen, drin rumbohren, fertig.&#8221;Mahler bringt die Striche einfach auf den Punkt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-79"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zum Einstieg sei hier sein vielleicht pers&#246;nlichstes Buch empfohlen, der autobiographische Anekdotenband &#8220;Kunsttheorie vs. Frau Goldgruber.&#8221; Dabei bleibt jedoch stets zu bedenken, was <a href="http://lichtermagazin.blogspot.com/2008/07/nicolas-mahler-die-zumutungen-der.html">Martin Boehnert</a> schon &#252;ber Autobiographisches im Comic schrieb:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wohlweislich, dass es sich hier um eines der verf&#252;hrerischsten Medien von allen handelt, denn die suggestiven Wort-Bild-Verschmelzungen scheinen sich einer rationellen Argumentation zu entziehen: Wie k&#246;nnen wir schlie&#223;lich bezweifeln, was uns vor Augen gef&#252;hrt wird?</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Beziehungsweise: Burn after reading</title>
		<link>http://kaihennig.de/2009/beziehungsweise-burn-after-reading</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 16:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[coen]]></category>
		<category><![CDATA[davidson]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[handlungstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwar nicht mehr topaktuell, aber auch noch nicht ganz veraltert: Burn after Reading.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz h&#252;bsch zeigt einem der Film <em>Burn after reading</em> von den <a title="WP: Coen-Br&#252;der" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ethan_und_Joel_Coen" target="_blank">Coen-Br&#252;dern</a>, dass es eben doch keine isolierten Handlungen gibt. Mal kurz zusammengefasst, sieht das dann im Film so aus:</p>
<p>Ozzie arbeitet bei der CIA. Man wirft ihm Alkoholprobleme vor und k&#252;ndigt ihm. Ozzie beschlie&#223;t, seine Memoiren zu schreiben. Katie will sich von Ozzie scheiden lassen und wirft ihn aus dem Haus. Sie kopiert Daten von seinem Rechner, um in belasten zu k&#246;nnen und gibt diese der Sekret&#228;rin ihres Rechtsanwalts. Die Sekret&#228;rin verliert die Daten in der Umkleidekabine eines Fitnesstudios. Linda braucht Geld f&#252;r eine Sch&#246;nheitsoperation. Sie findet eine CD mit scheinbar geheimen Dokumenten und verb&#252;ndet sich mit Chad um aus dem Fund Kapital zu schlagen. Ozzie l&#228;sst sich aber nicht von Chad und Linda erpressen sondern nutzt alte Kontakte zur CIA um die beiden zu &#252;berwachen. Daraufhin bietet Linda die Daten der russischen Regierung an. Ozzie erf&#228;hrt davon durch einen amerikanischen Spion in der russischen Botschaft. Linda bittet Chad, in Ozzies Haus neues Material zu stehlen. Harry betr&#252;gt Sandy mit Katie. Sp&#228;ter lernt er Linda kennen und f&#228;ngt auch mit ihr eine Aff&#228;re an. Als Harry alleine in Katies Haus ist bemerkt er, dass Chad eingebrochen ist, erschie&#223;t ihn und l&#228;sst die Leiche verschwinden. Als er das Haus verl&#228;sst stellt er fest, dass er beobachtet wird. Sandy will sich von Harry scheiden lassen und engagiert eine Kanzlei, belastendes Material zu sammeln. Ein Mitarbeiter der Kanzlei wird von Harry vor Katies Haus gestellt. Harry f&#252;hlt sich immer mehr verfolgt. Linda bittet ihren Chef Ted, ihr bei der Suche nach Chad zu helfen. Ted bricht in Ozzies Haus ein und wird von Ozzie erschossen. Daraufhin wird Ozzie von einem CIA-Agenten erschossen.</p>
<p><strong>Also nochmal:</strong> Chad, Ted und Ozzie sind (mehr oder weniger Tod), Harry ist geflohen, Sandy und Katie sind wieder solo.</p>
<p>Bei dem Versuch, den Anfang der Handlung zu bestimmen, gerate ich schwer ins Schleudern: War es die K&#252;ndigung Ozzies, der Diebstahl der Daten, der abgelehnte Zuschuss zu den Operationen oder das schlechte Gewissen Harrys? Alles h&#228;ngt zusammen und jede Handlung hat eine andere Handlung zur Folge.</p>
<p><a title="WP: Piaget" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget" target="_blank">Piaget</a> unterscheidet zwischen isolierten und koordinierten oder sozialen Handlungen, die immer auch eine Interaktion mit dem Anderen bedeuten. Das auch scheinbar isolierte Handlungen zu Interaktionen f&#252;hren k&#246;nnen, zeigt <em>Burn after reading</em> ganz eindrucksvoll. So h&#228;ngt alles doch irgendwie zusammen und bezieht sich aufeinander. Da erscheint mir <a title="WP: Donald Davidson" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Davidson">Davidsons</a> Erkl&#228;rung schon ein wenig einleuchtender: Grund und Ursache sind nicht immer das Gleiche, da man die Intention einer Handlung als au&#223;enstehender nicht immer bestimmen kann. &#220;ber drei Ecken (auf die ich, wenn alles gut l&#228;uft noch zu sprechen komme) landen wir dann bei seinem zentralen Argument, dass sich psychische (Grund, Ursache) und physische (Handlung) Ereignisse wechselseitig bedingen. Womit wir wieder beim Anfang w&#228;ren: Es gibt keine isolierten Handlungen!</p>
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		<title>Herzlich Willkommen!</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 13:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kh</dc:creator>
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<p>Der erste Eintrag. Obligatorisch. Nat&#252;rlich. Mehr nicht.</p>
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